Beruf & Ausbildung

Auffällig ist bei diesem noch relativ jungen Ausbildungsberuf vor allem eines: Er wird in den einzelnen Bundesländern in unterschiedlichen Ausbildungsgängen angeboten, ein einheitliches Berufsbild gibt es bis heute noch nicht. Immerhin: Die Betreuung von Kindern und von behinderten Menschen haben sich im Laufe der Jahre als Schwerpunkte herauskristallisiert.

In den Bundesländern Hessen und Thüringen sind dabei zum Beispiel mehr Sozialassistentinnen und Sozialassistenten im Bereich Heilerziehungspflege tätig, in den norddeutschen Bundesländern ist der Ausbildungsberuf vor allem in der Kinderbetreuung ein Teil der Arbeitswelt geworden.

Eine besondere Bedeutung hat der Beruf der Sozialassistentin / des Sozialassistenten in Niedersachsen erhalten, wo er von der Landesregierung seit Anfang der 1990er-Jahre gefördert worden ist. Hier wird der zweijährige Ausbildungsberuf zwar von vielen jungen Menschen erlernt, nur ein kleiner Teil von ihnen arbeitet nach der Ausbildung an der Berufsfachschule jedoch direkt in Kindertagesstätten oder Pflegeheimen. Vielmehr ist die Ausbildung zur Sozialassistentin/ zum Sozialassistenten  in Niedersachsen in erster Linie eine Vorstufe zum Beruf der Erzieherin/ des Erziehers. Hier dauert die Ausbildungszeit insgesamt vier Jahre. Als niedersächsische Besonderheit ist der staatlich anerkannte Abschluss der Sozialassistentin/ des Sozialassistenten  sogar Voraussetzung für die Aufnahme einer Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher. Die Ausbildungszeit  kann hier also quasi zeitlich angerechnet werden, was die meisten jungen Menschen nicht zuletzt aus finanziellen Gründen auch machen. Denn wie allgemein bekannt ist, sind die Gehälter der Angestellten gerade in diesen sozialen Berufsfeldern oft nicht wirklich hoch. Wer also die Möglichkeit hat, den Beruf der Erzieherin / des Erziehers zu erlernen, setzt dieses im Normalfall auch um.

Einen Steckbrief der Arbeitsagentur zum Beruf des Sozialassitenten bzw. der Sozialassistentin  könnt Ihr hier Downloaden: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/9031.pdf

Neben dem Zugang zu diesem höher eingestuften weiteren Ausbildungsberuf bietet die Ausbildung zur Sozialassistentin / zum sozialassistenten noch eine weitere Option: Wer mit einem Mittleren Bildungsabschluss den verkürzten, zweijährigen Ausbildungsweg erfolgreich abschließt und nebenbei noch angebotene Zusatzkurse belegt, kann durch den erlernten Beruf der Sozialassistentin/ des Sozialassistenten auch die Fachhochschulreife erlangen.

Die schulische Ausbildung zur Sozialassistentin/ zum Sozialassistenten  findet an Berufsfachschulen statt. Natürlich gehören Praktika in entsprechenden Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Pflegeheimen zu dieser Ausbildung. Mit dieser Arbeit während der Ausbildung verdienen die angehenden Sozialassistentinnen und Sozialassistenten  allerdings kein Geld. Ein Grund, warum viele  nach bestandener Prüfung für einen kürzeren Zeitraum zunächst eine Stelle antreten, ist daher vor allem ein finanzieller: Nach zehn Jahren Schule und einer Ausbildung wollen die jungen Menschen nun auch in den Genuss eines festen Gehalts kommen. Bei vielen jungen Sozialassistentinnen und Sozialassitenten ist diese Tätigkeit als unterstützende Arbeitskraft aber nicht dauerhaft. Die anknüpfende, weiterführende  Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher, ein Studium im pädagogischen Bereich oder der Wechsel in einen anderen Beruf im sozialen Bereich sind zurzeit die üblichen Wege.

2 Kommentare

  1. Hallo Franziska,
    Da habe ich alles selber „zusammengetragen“ – es wäre Toll wenn ich nach Abschluß hier deine Masterarbeit veröffentlichen könnte 😉

  2. Woher sind die Informationen über den Sozialassistenten. Gibt es gesicherte Quellen? Wenn ja, wäre es schön, wenn diese mir zugeschickt werden könnten. Ich schreibe gerade meine Masterarbeit über den Beruf des Sozialassistenten und da sind gesicherte Quellen bzw. Literatur sehr rar.
    Besten Dank und viele Grüße
    Franziska

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